Die Menstruationstasse – die Alternative zu Tampons, Binden etc. beim Camping

 

Ich habe schon so viel darüber gelesen, war fasziniert, nervös und vielleicht auch ein bisschen angeekelt von den ganzen Stories rund um die sogenannte Menstruationstasse – doch: Ich habe sie getestet und bin begeistert!

Aber ist es überhaupt ein Thema für Euch Leser? Für Camperinnen? Ich finde: Ja! Absolut!

Fangen wir mal von vorne an:

Was ist das überhaupt?

Die Menstruationstasse ist banal gesagt ein Auffangbehälter für Flüssigkeiten – sprich, für die Regelblutung. Sie ist klein, weich, becherförmig und wiederverwendbar. Sie besteht aus hochwertigem, medizinisch zugelassenem Kunststoff (TPE) und ist 100% vegan (zumindest das Modell, welches ich besitze).

Es gibt sie tatsächlich schon seit 1932, aber in Deutschland ist sie (noch) weniger bekannt, bzw. verpöhnt. Im Internet und mittlerweile auch in einigen Drogeriemärkten und Apotheken wird sie offensiver präsentiert und beworben. Es gibt unzählige Formen, Varianten, Größen und man kann ewig seine persönlich perfekte Tasse suchen. Auch ich habe mich durch Foren und Facebook-Gruppen gelesen und irgendwann hatte ich so viele Information gesammelt, dass ich mir dachte, ich kauf jetzt einfach eine und probier das mal aus. Bei dm wurde ich schnell fündig, die führen seit einiger Zeit die ‚Me Luna‘* Tasse in 3 Größen für 15,95€.

Auf der Packung kann man sich schnell informieren, welche Größe man benötigt.

Mittlerweile habe ich mir eine neue Tasse namens Selena* (wie passend!) zugelegt. Die passt mir besser als die MeLuna. Wie gesagt, es dauert manchmal ein bisschen, bis man seine perfekte Tasse findet.

Warum ist die Menstruationstasse besonders beim Camping super?

Die Menstruationstasse soll uns die „Erdbeertage“ leichter machen. Das sind ihre Vorteile:

  • kein Kauf mehr von Tampons oder Binden, wir brauchen also dafür schon mal keinen Stauraum mehr
  • kein ständiges Wechseln (zumindest war das bei mir so, da ich Blutverdünner einnehme), da machen Touren gleich viel mehr Spaß
  • keinen unnötigen Müll mehr produzieren durch die Entsorgung von Tampons etc.
  • weniger Unterleibsschmerzen und somit entspannter unterwegs sein
  • keine Fasern, kein Austrocknen der Schleimhäute, keine Allergien oder Unverträglichkeiten, die einem einen Ausflug ganz schön verderben können
  • umweltfreundlich, da sie lange wiederverwendbar ist – und umweltfreundlich mögen wir Camper ja besonders!

Wie benutzt man sie?

Was ich da alles gelesen habe, hat mich schon manchmal zum Lachen, aber auch zum Fürchten gebracht. Da werden zig Techniken beschrieben, Horrorgeschichten erzählt und sogar von Krankenhausaufenthalten berichtet. Ui – will ich mir das antun? Ja, ich wollte da jetzt durch. Mir war das wichtigste: Sie hat kleine Überlauflöcher, damit das Blut sich nicht staut und was weiß ich dann alles passiert – den Rest krieg ich irgendwie hin.

Zum Einführen gibt es ein paar Falttechniken – irgendwie muss das Teil ja da unten rein. Ich persönlich finde die ‚C-Faltung‘ am einfachsten.

Dann geht man in eine tiefe Hocke und pfriemelt das Teil da unten rein. So! Jetzt liest man da so Sachen wie: „Danach mit der Fingerspitze einmal am Rand entlang fahren, ob sie am Muttermund abschließt“ – Waaas? Ich komm da jetzt gar nicht mehr hin!? Also vertraue ich einfach dass das Ding sitzt und lass sie beim ersten Tragen gleich vier Stunden drin. Beim Stehen, Gehen und Sitzen spüre ich absolut nichts! Toll!

Beim Rausnehmen sehe ich, dass sie tatsächlich richtig saß – juhuu! Gerade über das Rausnehmen habe ich die wildesten Storys gelesen. Da will ich gar nicht ins Detail gehen. Ich bin wieder in die tiefe Hocke und hab an dem kleinen Ringgriff gezogen, bis sie raus kam. Ganz sauber, ganz easy, ganz schnell – Hah! Geht doch.

Wie mache ich sie sauber?

Vor der ersten Benutzung soll sie ein paar Minuten ausgekocht werden, damit sie quasi steril ist. Muttis kennen das von Schnullern und Fläschchen und so.

Während dem Gebrauch darf man nicht so zimperlich sein. Man muss schon Blut sehen können, aber das können wir Frauen ja bekanntlich eh besser als die Männer.

Die gefüllte Tasse leert man ins Klo, geht evtl. mit einem Blatt Toilettenpapier durch, spült die Tasse mit Wasser wieder sauber und fummelt sie wieder rein – fertig! Wechseln tut man sie nach Bedarf alle 8 bis 12 Stunden. Ja, richtig gehört, die darf gefühlt ewig drinbleiben!

Da wir eine Komposttoilette (hier geht’s zur Toilette) an Bord haben, kippe ich die Flüssigkeit in den Festbehälter und nicht zum Urin.

Auf öffentlichen Toiletten ist es ein klein bisschen aufwendiger, aber selbst das ist mit etwas Übung gut zu meistern. Manche WC-Kabinen sind doch ziemlich eng, da wird die tiefe Hocke schwierig, aber selbst das funktioniert irgendwie. Das Auswaschen am öffentlichen Waschbecken ist jetzt auch nicht toll, da sollte man lieber ausgerüstet sein mit einer kleinen Flasche Wasser in der Handtasche. Damit spült man die Tasse kurz aus und niemand kriegt was mit. Wenn sie einmal nicht perfekt sauber ist, ist das nicht tragisch – kann man bei Bedarf daheim oder im Camper in Ruhe richten.

Wenn die Periode vorüber ist, wird die Tasse richtig gereinigt, d.h. wie vor der Erstbenutzung ausgekocht – Fertig! Beim Kauf ist oft ein kleines Beutelchen dabei, in dem kann man sie am besten aufbewahren und von der Platzersparnis gegenüber Tampon- und Bindenpackungen brauche ich gar nicht anfangen oder? Die passt in jedes noch so kleine Wohnmobil!

Und wem das mit der Wasserreinigung nicht genügt, gibt es hier* noch ein speziell für die Menstruationstasse entwickelte Seife. Sie ist vegan und ohne Farb- und Konservierungsstoffe. Man kann sie auch zum Händewaschen benutzen.

Kann da was passieren?

Ich hatte anfangs Bedenken wegen eines TSS (Toxic Shock Syndrom). Vor allem hatte ich Angst, dass sich das Blut schnell staut und nicht überlaufen kann. Doch das kann aufgrund der kleinen Löcher am oberen Rand nicht passieren. Das Blut läuft, wenn die Tasse voll ist, einfach raus. Kein Anstauen, kein Vakuum-Effekt.

Das andere, was wahrscheinlich häufiger passieren kann und manch eine wohl schon ins Krankenhaus getrieben hat, ist das Rausnehmen. Bzw. wenn das Rausnehmen nicht klappt. Klar, man muss schon bisschen fummeln und ziehen, aber das klappt wunderbar. Doch selbst wenn sie nicht rauskommt, keine Panik, es passiert ja außer dem Überlaufen nichts. Natürlich soll man damit nicht 2 Tage rumlaufen, einen Arzt aufzusuchen ist dann halt der beste Weg.

Mein Fazit:

Mädels, holt Euch dieses Teil! Ich finde die Menstruationstasse muss in jeden Camper! Speziell für uns Camperinnen ist es eine riesige Platz- und Geldersparnis und außerdem reduzieren wir soviel Müll.

Zudem für mich persönlich ein riesiger Pluspunkt: ich musste früher immer Schmerztabletten nehmen (zumindest die ersten beiden Tage) und war zu nix zu gebrauchen. Ich weiß ehrlich nicht woran es liegt, aber ich habe mit der Tasse viel weniger Schmerzen. Das hat mich beim Forenlesen schon gewundert, wenn das andere geschrieben haben, aber nun kann ich das bestätigen – echt verrückt!

Das Tässchen gehört ab sofort auf meine persönliche ‚absolutes-Muss-im-Whatabus-Liste‘!

Hat jemand von Euch auch schon Erfahrungen damit gemacht? Dann her mit Euren Meinungen, Storys und/oder Fragen!

Welche Modelle gibt es?

*Affiliate Link/Werbung

Die Menstruationstasse - Die Alternative zu Tampons und Binden beim Camping

7 Kommentare

  1. Danke, das ist genau der Artikel den ich grade gesucht hab!

    Jetzt werde ich gleich noch ein bisschen weiter browsen, da ich mir so gern auch einen Bus zulegen würde und du sehr sympathisch rüberkommst 🙂

    (Du hast nicht zufällig Erfahrungen mit Campingbus + Kind!?)

    • Hallo Christina,
      Danke für deinen lieben Kommentar.
      Das freut mich aber sehr!
      Leider habe ich keine Erfahrung mit Kind 🙂
      Dir viel Erfolg beim Buskauf 🙂
      Liebe Grüße
      Selena

  2. Hallo Selena,
    vielen Dank für diesen tollen Artikel! Ich verwende seit Jahren eine Menstruationskappe der Umwelt zuliebe 🙂
    Jetzt hätte ich bitte noch eine Frage: Wie handhabst du das mit der Entleerung bei der Komposttoilette im Van?
    Vielen Dank schon vorab und liebe Grüße,
    Karin

    • Hallo Karin,
      Vielen lieben ♥️lichen Dank für Dein Kommentar! Ich möchte nie mehr ohne Tasse sein. Leeren tu ich sie im Feststoffbehälter. Das hält der ohne Probleme aus, und das wo ich sogar Gerinnungshemmer nehme. Der Urinbehälter würde das nicht so mögen, der Kunststoffbehälter verfärbt sich schnell und stinkt dann glaub ich auch nicht so gut.
      Hast du auch die Nature’s Head?
      Viele Grüße, Selena

  3. Hallo Selena,
    seit Jahren schleiche ich um dieses „Ding“ 😉 und hab mich aber doch nie so richtig getraut =-O
    Vor einiger Zeit ist das Thema „Menstruation“ in unserem Haushalt wieder in den Vordergrund gerückt – meine Tochter ist eine Frau geworden. Im Rahmen dessen hab ich mir eine Menstruationstasse gekauft (auch wegen deinem Artikel) und bin ebenfalls begeistert! Auch im Camper überhaupt kein Problem 🙂 keine „Sauerei, keine Schmerzen mehr (warum auch immer?)
    Meine Frauenärztin findet auch, dass diese Art der Monatshygiene Tampons vorzuziehen ist. Also absolute Empfehlung!

    Lieben Gruß
    Manu

    • Liebe Manu,
      danke für Deinen netten Kommentar! Ich freue mich immer wieder, wenn andere Mädels von meinen Artikeln profitieren 🙂
      Umso mehr freue ich mich natürlich, dass ich dich anstecken konnte, die Tasse mal auszuprobieren. Schön, dass Du genauso zufrieden bist wie ich. Ich möchte mir nie wieder Tampons o.ä. kaufen müssen. Einmal Tasse, immer Tasse 😉
      Weiterhin eine tolle Zeit und schöne Reisen!

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * markiert.

Beitragskommentare